PAULIE steht neben Christophers Krankenbett und trinkt einen Schluck Kaffee. Ich möchte dir ne Frage stellen.
CHRISTOPHER kraftlos: Ja.
PAULIE Der Rausschmeißer, der dich da abgewiesen hat. Hatte der Hörner auf seinem Kopf?
CHRISTOPHER Äh … nein. Das war nur irgend so’n großer irischer Schläger in altmodischen Klamotten.
PAULIE Hatte irgendjemand da Hörner? Oder Hornansätze, diese Ziegenhöcker?
CHRISTOPHER Paulie, es war die scheiß Hölle, klar? Mein Vater hat gesagt er verliert da mit jedem Blatt auf der Hand, und jede Nacht um Mitternacht verprügeln sie ihn genau so wie früher im Leben, und es tut furchtbar weh, Nacht für Nacht. Klingt das für dich nach dem scheiß Himmel?
PAULIE War es heiß?
CHRISTOPHER stöhnt. Ach … keine Ahnung. Was soll der Scheiß?
PAULIE Die Hitze wär dir doch als allererstes aufgefallen. Die Hölle ist heiß, das hat doch noch nie irgendjemand bezweifelt. Emphatisch: Du warst gar nicht in der Hölle (lacht). Du warst im Fegefeuer mein Freund.
CHRISTOPHER Übers Fegefeuer hab ich alles vergessen.
PAULIE Das Fegefeuer … ist’n kleiner Umweg auf dem Weg zum Paradies.
CHRISTOPHER Was denkst du wie lange wir da bleiben werden?
PAULIE Naja, das ist bei jedem verschienden. Du zählst all deine Todsünden zusammen und multiplizierst die Summe mit Fünfzig. Dann zählst du all dein lässlichen Sünden zusammen und multiplizierst die mit Fünfundzwanzig. Dann addierst du das, und das ist dann dein Strafmaß. Ich stell mir vor, dass ich da an die sechstausend Jahre da hocken muss bis ich im Himmel aufgenommen werde. Paulie sieht kurz Christopher an; dann spricht er weiter. Und sechstausend Jahre sind nichts im Vergleich zur Ewigkeit, die werd ich im Kopfstand abreißen. Zeigt in den Raum: Die sind doch wie zwei Tage hier.
“Verflucht in alle Ewigkeit.” Die Sopranos – Die komplette zweite Staffel. Regie: Henry J. Bronchtein. Warner Home Video, 2005. DVD